Kompasstauchen 2001


Das Starterfeld des diesjährigen Internationale Wettkampfes um den begehrten, und seit 1978 als Wanderpokal gestifteten GROßEN BEMBEL, war auch in diesem Jahr wieder hervorragend besetzt. Die Altinternationalen und Routiniers Günther M. ,Michael L., Peter U. ,Klaus R. , Mike B. wurden dieses Jahr durch den starken Nachwuchs Carsten R. , Heiko A. und Jürgen S. herausgefordert. Kaum hatten sich die Routiniers vom Schreck dieser starken Herausforderer erholt, mussten sie bei einem Blick auf die Starterliste erneut um Fassung ringen. Auf der Starterliste standen noch Elke S. und Jutta H. Die beiden – von vielen als Geheimfavoriten gehandelten – hatten sich ( um die Konkurrenz zu überraschen ) erst kurz vor Meldeschluss angemeldet. Nach diesem psychologischem Vorgeplänkel fieberte alles dem Start entgegen.

Badesee Walldorf
Nach einer kurzen mentalen Vorbereitungszeit ging als Elke S. als 1. an den Start. Nachdem sie die Startboje gezogen hatte und Kurs auf die 2. Boje nahm stocke der Konkurrenz ob der Geschwindigkeit der Atem. Auch die Bojen 3 und 4 waren in einer fantastischen Zeit erreicht. Die anderen Teilnehmer überlegten bereits, ob sie überhaupt noch antreten sollten und was für Ausreden sie für einen Startverzicht vorbringen sollten. Dann passierte aber das Unglaubliche, auf dem Weg zur letzten Boje versagten wohl die Nerven, und Elke tauchte in die falsche Richtung. Sie musste auftauchen und sich neu Orientieren. Dieses Auftauchen wurde mit 30 Sekunden Strafzeit geahndet und sollte sich in der Gesamtzeit noch bemerkbar machen  

Die Pokale
Als 2. startete Jürgen S. ( Elkes Mann ). Jürgen hatte ebenso wie seine Frau gute erste 20 Meter war aber gedanklich wahrscheinlich noch etwas angeschlagen vom Patzer seiner Frau, und fand nicht zu seiner gewohnten Form. Obwohl er verbissen fightete, musste er 2 Mal auftauchen und kassierte hierfür 60 Sekunden Zeitstrafe. Trotzdem wurde er im Ziel von Elke S. beglückwünscht und zu einem gemeinsamen Tauchgang entführt.
Als 3. ging Klaus R. an den Start. Nachdem er sich mit seinem Coach Günter M. beraten hatte entschied er sich für einen Taucheranzug mit besten Strömungseigenschaften ( eine Entwicklung der NASA ) und eine Flasche mit einem extrem kleinen CW Wert. Denn nur so sah er eine Change , einen der vorderen Plätze zu erreichen. Nach einigen Diskussionen mit dem NOK wurde ihm der Start mit dieser HAI-TECH Ausrüstung gestattet. Klaus startete zügig und schaffte es alle Bojen zu treffen. Was die Zeit wert war, blieb noch abzuwarten, da noch weiter Topathleten auf ihren Start warteten.  
4. Starter war Peter U. , der auch als Mitfavorit auf einen der Medallienplätze galt. Denn bei Peter handelt es sich um einen sehr erfahrenen Wettkämpfer, der sich seit 1978 auch schon auf dem WANDERPOKAL der SKG-Tauchsportabtielung verewigt hat. Peter startete sehr routiniert und professionell. Man sah es schon an seine Ausrüstung, hier war ein DIVING RANGE PRO am Werk. Bis zur dritten Boje pflügte er förmlich durchs Wasser, musste dann aber leider durch einen Krampf gehandicapt die Geschwindigkeit etwas drosseln, und konnte leider nicht das Ergebnis erreichen welches der starke Start versprach.

Die Bojen
Als 5. ging Carsten R. an den Start. Carsten schritt wie auch nicht anders erwartet, völlig cool und lässig ins Wasser und begab sich voll konzentriert an die Startboje. Das entschlossene ziehen der Startboje versetzte die zahlreichen Zuschauer in eine gespannte Erwartungshaltung. Wird der Starter aus dem Norden Deutschlands mit der äußerst schwierigen Kurssetzung zurechtkommen? Denn der Kurs startete für Carsten völlig ungewohnt in Richtung Westen. Aber Carsten verfügte über alle Qualitäten, die ein moderner Athlet heutzutage braucht – Konzentration und Kondition-. Nach starkem Start in die richtige Richtung schwächelte Carsten dann zwischen Boje 2 u. Boje 3. , was ihm leider 60 Sek. Zeitstrafe einbrachte.  

Teilnehmer
Als 6. Starter war Heiko A. an der Reihe. Heiko A. eine unbekannte Größe im internationalen Wettkampfsport, hatte sich gut vorbreitet ( er war letztes Jahr unter den Zuschauern ). Der Athlet ging äußerlich sehr ruhig an den Start und machte einen sehr souveränen Eindruck. Diesem Eindruck konnte er bis zur dritten Boje auch auf dem Parcours entsprechen. Aber was war dann los? Schon wieder diese gefürchtete, aber von einigen trotzdem unterschätzte Boje 3 . Auch Heiko musste hier auftauchen und eine Zeitstrafe von 30 Sek. hinnehmen.
Als 7. ging Mike B. an den Start. Auch Mike hatte dieses Jahr aufgerüstet und ging mit einem TITANIUM PROCCESSING NEOPRENE Tauchanzug an den Start. Die Frage war, bringt dieses, - auch von der NASA entwickele Material - , das was Mike sich erhofft hatte? Zumindest war er einer der wenigen, der mit einem Lächeln auf den Lippen in die kalten Fluten stieg. Mike startete furios, musste aber im Verlauf des Parcours seinem äußerst hohem Anfangstempo Tribut zollen. Trotzdem lies er sich nicht aus der Ruhe bringen und fand alle Bojen. Ob die Zeit für einen Podiumsplatz reichen würde ?  

Interessierte Zuschauer
Als 8. stand Jutta H. auf der Startliste. Jutta vertraute auf das gleiche Material wie Ihr Mann Mike. Würde auch Jutta ähnlich stark in Form sein wie Mike? Der Start war sensationell aber dann passierte es . Jutta schoss nicht nur durchs Wasser, sondern auch an der ersten Boje vorbei. Als sie dies merkte machte sie sich sofort daran diese Scharte auszuwetzen und nahm die 2. Boje in Angriff. Aber auch hier kam es zu einem Fehler. Wahrscheinlich hatte sie den Schock - vom nicht auffinden der ersten Boje - mental noch nicht ganz verarbeitet. Jutta fand aber dann doch noch ihren Rhythmus und beendete den Parcours.
Günther M. war der 9. und somit der vorletzte Starter. Extra aus Berkersheim angereist, präsentierte sich Günther in einer Top-Verfassung. Günther startete (nach eingehender Beratung mit seiner eigens mitangereisten Frau) in seinem schnellsten Anzug ( 3 mm Glattneopren ). Schon kurz nach dem Start zeigte sich, das seine Wahl richtig war. Pfeilschnell schoss der Athlet auf die erste Boje zu, um kaum das er sie gezogen hatte Kurs auf die zweite Boje zu nehmen. Auch die dritte Boje war in einer noch nie da gewesenen Geschwindigkeit erreicht. Auf dem Weg zur letzten Boje, musste der bis zu diesem Zeitpunkt führende Günther, aber seiner hohen Anfangsgeschwindigkeit Tribut zollen. Er hatte Überpaced ( bei den Radfahrer nennt man das einen Hungerast). Im Ziel war Günter dann leider vom Ersten auf den Zweiten Platz zurückgefallen.


Im Ziel

Siegerehrung
Last but not least ging als 10. Michael L. an den Start. Es ging ein Raunen durch die Zuschauerreihen und durch die Reihen der Aktiven. Wird der Favorit und Gewinner des letztjährigen Wettkampfes an die Erfolge der letzten Jahre anknüpfen können? Micha vertraute auch dieses Jahr wieder auf seine altbewährte Ausrüstung und verzichtet im Gegensatz zu manch anderen auf HAI-TECH . Nach dem Abtauchen an der Startboje verging doch eine geraume Zeit bis er durch ein Ziehen an der Boje das Startsignal gab. War diese lange Konzentrationsphase ein gutes oder schlechtes Omen? Schnell wie ein Delphin steuerte Micha die erste Boje an, aber zum Schrecken der zahlreichen Zuschauer schwamm er vorbei. Nachdem er seinen Fehler gemerkt hatte nahm er nun Kurs auf die weiteren Bojen. Trotz einer atemberaubenden Geschwindigkeit, wird der Zeitzuschlag von 30 Sek. wohl zu groß sein, um den Erfolg vom letzten Jahr zu wiederholen.

APNOE WETTKAMPF

 
Anschluss an den Wettkampf mit Pressluftflaschen fand noch ein Wettkampf in der Disziplin APNOE statt.
Da der Zweitplatzierte des letztjährigen Events krankheitsbedingt absagen musste, bestand das diesjährige Starterfeld leider nur aus drei hochmotivierten Wettkämpfern. Diese drei International erfahrenen Top-Athleten hatten sich in wochenlangem Geheimtraining auf diesen hochkarätig besetzten Wettkampf vorbereitet.
 
  Nach kurzer Konzentrationsphase eröffnete Klaus R. „FEATURE“ den Wettkampf. Er tauchte zügig und genau die Bojen an und erreichte vom Wettkampf sichtlich gezeichnet, die letzte Boje in einer ganz akzeptablen Zeit.
  Als nächster ging Günther M. an den Start. Dieser voll austrainierte Athlet, der einen an „ENZO MAIORCA“ erinnerte, absolvierte den Parcours in der ihm eigenen Souveränität, konnte aber leider die von Klaus vorgelegte Zeit nicht unterbieten.
Als letzter ging „ THE SHARK“ Michael L. ins Rennen. Michael legte ein wahnsinniges Tempo an den Tag und erreichte die Zielboje in einer neuen Jahresweltbestleistung, die ihm den ersten Platz sicherte.  
Zusammenfassend sahen wir bei diesen Meisterschaften hochklassige Wettkämpfe mit einigen Wimpernschlagentscheidungen. Ein Dank an alle aus dem In u. Ausland angereisten Athleten u. Athletinnen. Zu erwähnen ist auch die fantastische Stimmung unter den zahlreich erschienenen Zuschauern. Diese entstand nicht alleine durch die packenden Wettkämpfe, sondern auch durch das hervorragende Catering . Verantwortlich hierfür waren auch in diesem Jahr wieder Gerhard und Friedel W. ,Elke D. sowie unser Mann am Grill Jürgen L.
  Unser Dank geht auch an die Mitglieder der IRBW die uns ihr Gelände und Gewässer zur Verfügung stellten.
Besten Dank an alle die uns geholfen haben, und in freudiger Erwartung auf nächstes Jahr
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Macht’s gut
Euer Augenzeuge