Langes Wochenende der SKG-Sporttaucher am und im Sundhäuser See

Nachdem Führungskräfte der Abteilung Sporttauchen im Vorjahr bereits gute Taucherfahrungen im Sundhäuser See bei Nordhausen gemacht hatten, wurde als eine der Tauchaktivitäten dieses Ziel ins Jahresprogramm 2012 genommen. Patricia, unsere Abteilungsleitungsleiterin, sorgte freundlicherweise für entsprechende Hotelreservierung für diejenigen, die nicht im Zelt am Seeufer übernachten wollten.

So geschah es dann, dass sich am Donnerstag, 30. August 2012, zunächst die Neptunanhänger Peter, Gisela und Inge in Fahrgemeinschaft auf den Weg nach Nordhausen in Thüringen machten. Die knapp 300 km-Fahrt verlief dank Peter´s Fahrkunst und guten Verkehrsbedingungen absolut reibungslos, so dass die kleine Gruppe nach 2 ¾ stündiger Fahrt ihr Ziel erreichte. Einchecken im Hotel und gleich weiter zum Erkundungsgang am See lautete die gemeinsame Aufgabe.

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Ab Hotel ist 1 km-Autofahrt erforderlich, um an den ca. 31 m tiefen Sundhäuser See zu gelangen. Von hier aus kann in weiteren ca. 1 km Entfernung der ebenfalls betauchbare Möwensee (ca. 50 m tief) erreicht werden.

Durch Kiesabbau entstanden in der „Goldenen Aue“ (vergleichbar mit der Wetterau) zwischen den Orten Bielen und Sundhausen insgesamt 5 Kiesseen, wovon nur der Sundhäuser und der Möwensee betauchbar sind. Grosse Grundwassermengen durchströmen das Gebiet und sorgen für hervorragende Wasserqualität. Dank bestehender Entwicklungskonzeptionen (z.Z. wird „Nordhusia“, eine Nachbildung der alten Reichsstadt Nordhausen aus Beton und Holz peu à peu als Taucherattraktion in 15 m Tiefe versenkt) entwickelten sich Sundhäuser- und Möwensee zu bedeutenden Zentren in der Taucherszene.

Nachdem die Sonne es an diesem Tag mit +25 Grad Celsius Lufttemperatur so gut meinte und herber Temperaturrückgang für das Wochenende vorausgesagt war, entschloss sich die Taucher-Vorhut - Eva-Maria und Carsten wollen freitags als Nachhut anreisen -, gleich einen Hüpfer ins Wasser zu wagen. Nach Anmeldung an der Tauchbasis www.actionsport-nordhausen.de (alternativ: www.oasis.tauchbasis.de) und Orientierung bezüglich geeigneter Einstiegsmöglichkeiten schnappten wir uns Pressluftflaschen und machten uns auf den Weg zum 100 m von der Tauchbasis entfernt gelegenen bequemen Holztreppen-Einstieg in Neptun´s Reich mit Peilung „Nordhusia“ in 15 m Tiefe. Peter und Gisela nordeten ihren Kompass ein – notwenig wegen der leicht in die Irre führenden Bodenformationen des Seegrundes - und nahmen Inge in ihre Mitte. Plötzlich: Tauchcomputer-Totalausfall bei Peter! Doch der Taucherguru führt trotzdem bravourös weiter! Gisela kämpft mit Jacket und Flossen, beides nagelneu und gewöhnungsbedürftig und – gewinnt!

Fazit: 30-Minuten-Tauchgang gemeistert bei +16 – +19 Grad Celsius Wassertemperatur und bis zu ca. 10 m Sichtweite, schönen Pflanzenbewuchs, amerikanische Barsche, 6 m-Wrack in 15 m Tiefe bestaunt. Taucherattraktion „Nordhusia“ nicht gefunden. Jetzt brauchen wir einen Kaffee!

Später marschieren wir in die abendliche Altstadt Nordhausens und kehren in das urige Lokal „Stepel“ (thüringisch für „Wurstzipfel“) ein. Der in dieser Stadt destillierte „Nordhisser Eiskräuter“: ein MUSS als Digestif!

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Freitag, 1. September 2012, lassen wir mit einem gemütlichen Frühstück im Hotel angehen, denn die Tauchbasis öffnet erst um 10:00 Uhr, und ohne Anmeldung: kein Tauchen für ordentliche Zweibeiner. Ausserdem benötigt Peter neue Batterien für seinen Tauchcomputer. Gut, dass es einen bekannten Discounter in der Nähe gibt.

Die Sonne scheint, aber es ist merklich kühler geworden! Wir wählen den Tauchplatz „Schwimmponton“ am Sundhäuser See. Hier tauchen Peter, Gisela und Inge dann ab in am Vortag geübter 3er-Formation bis zur maximalen Tiefe von ca. 21 m. Da ist´s ganz schön frisch an den Fingern für Inge, weil sie heute keine Handschuhe trägt. Beim Austauchen begegnet uns eine 6 – 8 köpfige „Herde“ Spiegelkarpfen, jeder Fisch von beachtlichen ca. 50 cm. Begleitet werden die Karpfen von kleinen Barschen, die sich gelegentlich als „Pilotfisch“ aufspielen, indem sie sich an den Karpfenbauch heften und mittragen lassen. Über Armleuchteralgenfelder und andere Wasserpflanzen tauchen wir im 5 m-Bereich zurück zum Ausgangspunkt. 30 Minuten Tauchen sind genug.

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Die Mittagspause verbringen wir zunächst im nahegelegenen Fleischerei-Imbiss bei einheimischer „Soljanka“ und anderen Leckereien bzw. danach mit der Beobachtung der „Baustelleneinrichtung“ für das Versenken einer Betonplattform zur Ergänzung von Unterwasser-„Nordhuisa“ und letztlich in der Bistro-Ecke der Tauchbasis bei einem Schälchen „Heesen“.

Gegen 15:00 Uhr zieht es uns wieder zum Tauchen. Wir wollen die wasserseitige „Baustelle“ im weiten Bogen umtauchen, haben dabei jedoch die vorhandenen Unterwasserströmungen durch die das infolge der Arbeiten aufgewirbelte Sediment verteilt wird, nicht berücksichtigt! Die zunächst vorhandene Sichtweite von 3 bis 5 m bis hinuter zur Tauchtiefe von etwa 20 m mutiert später zu ca. 30 cm! Glücklicherweise sehen wir noch in 12 – 15 m Tiefe die 2006 als Taucherattraktion versenkte „Charlotte 1“, ein 6 m langes Kajütboot. Später sehen wir n i x, ausser Sediment und mit Ach und Krach die Tauchpartner! Auftauchen und Neuorientierung war erforderlich. Wieder runter auf 5 – 6 m, um bei besserer Sicht nach 36 Minuten Gesamttauchzeit das Ponton zu erreichen. Jetzt kommt Inge´s Thermosflasche mit heissem Holundergetränk zum Einsatz! Nach dem Anlegen von wärmender Kleidung geben wir uns in der Tauchbasis einem Cappucino und dem Taucherlatein hin.

Heute Nachmittag erwarten wir Carsten aus Frankfurt  und Eva-Maria aus Dortmund. Leider stecken beide voll im Wochenendverkehr.

Gegen 19:00 treffen wir den inzwischen angereisten Carsten und gehen in Nordhausen´s Innenstadt zum Abendessen in die „Rolandstuben“. Endlich gegen 20:30 ist Eva-Maria da. Nun muss das Hauszelt im Auto-Scheinwerferlicht aufgebaut werden. Eine Herausforderung für Carsten, der das Zelt erstmals zu Gesicht bekommt! Aber: geschafft! Dem Vernehmen nach haben Beide in ihrem Stoffbungalow die gesunkenen Temperaturen – waren es wirklich +3 Grad ? - dieser Nacht mittels Kopfbedeckung à la Oma und Opa, Bekleidungsschichten und doppeltem Schlafsack überstanden.

Angesichts der Temperaturentwicklung liess sich unser Vorhaben, bei Sonnenuntergang gemeinsam ein wohlverdientes „Deko“-Bier am Seeufer zu schlürfen, leider auch nicht realisieren.

Strahlende Sonne am Samstag, 2. September 2012. Wir treffen uns mit den „Campern“ Carsten und Eva-Maria und fahren mit Pkw´s zur ca. 800 m entfernt liegenden Halbinsel des Sundhäuser Sees. Heute tauchen Peter und Gisela im Team, während Carsten, Eva-Maria und Inge das zweite bilden. Am Seeufer gibt es einen Steg, von dem aus ein Schritt ins Wasser befördert. Beide Teams tauchen in die gleiche Richtung., jedoch in unterschiedlicher Tiefe. Die Sicht beträgt etwa 5 m bis in ca. 11 m Tiefe, Wassertemperatur +19 Grad Celsius. Zuletzt tauchen wir über grasgrünen, im Sonnenlicht reflektierenden, wunderschönen Pflanzenbewuchs und über mehrere „Kindergärten“ voller Barsche. Erwachsene Barsche von bis zu 30 cm kreuzen unsere Taucherbahn ebenfalls. Ein angenehmer, ruhiger 30-Minuten-Tauchgang.

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Heute ist heisse Zitrone in Inge´s Thermosflasche – guuut!

Carsten und Eva, unsere „Jungen“, wollen nach kurzer Oberflächenpause nochmals in den Sundhäuser See, um das 2008 in 23 m Tiefe versenkte und dort aufrecht stehende 14 m-Wrack „Charlotte II“ zu finden. Peter, Gisela und Inge, die „Älteren“, entscheiden sich für eine Mittagspause auf dem Gelände. Mehrere Holzsitzgruppen vor der Tauchbasis laden zum Verweilen ein - n o c h  scheint die Sonne.

Etwas später: eine riesige schwarze Gewitterwolke zieht drohend auf die Kiesseen zu! Deshalb fahren Peter, Gisela und Inge hurtig per Pkw 1 km zum Möwensee.

Hier können wir in den See (à la Kelsterbach) waten und tauchen auf 9 m ab. Die Sicht beträgt etwa 3 – 8 m. Es gibt hier einige Überreste aus der Zeit des Kiesabbaus, wie Seile und Wellbleche, unter denen sich etliche der hier ansässigen Flusskrebse verbergen. Auch Barsche leben hier. In unterspülten Wurzeln des Uferbereiches sollen grosse Hechte stehen – hatten die Betriebsausflug? Den an der Insel im See „wohnenden“ 1,50 m-Wels sehen wir nicht. Peter´s Kompass-Führung bringt uns zielgenau an die Einstiegsstelle zurück. Und: die schwarze Gewitterwolke ist weg - die Sonne auch!

Mit unseren „Zeltbewohnern“ treffen wir uns abends am Hotel zum gemeinsamen Fussmarsch in die Altstadt zwecks Nahrungsaufnahme in der  gemütlichen Gaststätte „Brandenburg“. Als krönenden Abschluss des Tages schmeisst Gisela eine Runde „Nordhisser Eiskräuter“ als Äquivalent zu ihrem heutigen Abtauchversuch -  o h n e  Bleistücke!

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Am Sonntag, 3. September 2012, ist für das Trio Peter, Gisela, Inge trotz schönstem Sonnenschein bereits morgens Abreise angesagt. Dagegen lassen sich Eva-Maria und Carsten nicht abschrecken und machen - carpe diem - noch einen weiteren Tauchgang, bevor sie sich auf die Heimfahrt begeben.

Für ein „da capo“ im Jahr 2013 plädiert

Taucher-"Althuhn" Inge Arnrich